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Postbank-Gewinnsparen: Was hinter den Zinsversprechen wirklich steckt

18. Februar 2013

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt einmal in einer Post war, ohne bei mir Cross-Selling-Potenziale gehoben werden sollten. Egal, ob ich Briefmarken kaufe oder ein Einschreiben abgebe – irgend ein Angebot hält man immer für mich bereit. Ein Girokonto, einen Stromanbieterwechsel, ein Sparprodukt. Besonders heftig umworben wird derzeit das Postbank Gewinnsparen mit „bis zu 2,75 Prozent Zinsen“. Doch ist das realistisch?

Natürlich nicht. Denn auch die Postbank kann nicht hexen. Ich habe die Konditionen von vorne bis hinten durchgerechnet und dabei noch solche Kleinigkeiten wie Kündigungsfristen und nur jährliche Zinsgutschriften außen vor gelassen. Ergebnis: Für 10.000 Euro Spareinlage sind rund 1,5 Prozent Zinsen drin auf Jahressicht, anschließend sackt der Zins auf 1 Prozent. Selbst für höhere Einlagen sind anfänglich für ein Jahr nur 1,9 Prozent drin und später dann 1,5 Prozent – das ist weit weg von dem Versprechen „bis zu 2,75 Prozent“, dass sich lediglich auf einen begrenzten Zeitraum bezieht und selbst in dieser Höhe unwahrscheinlich zu erreichen ist. Ich bin sehr sicher, dass kein Sparer auf Jahressicht damit auch nur zwei Prozent verdienen wird. Bestenfalls mit einem „Zinshopping“ und unter Ausnutzung sämtlicher Kündigungsfristen klappt das über ein halbes Jahr.

Das Angebot „spielt“ mit der Intuition der Verbraucher: Zum einen sind sie auf optisch hohe Zinsen fixiert und vergessen, dass diese nur für einen begrenzten Zeitraum gezahlt werden – hinterher bleibt das Geld vielleicht einfach nur liegen. Dann freut sich die Bank. Zum anderen halten Sparer den gewinnzahlenabhängigen „Bonus“ vielleicht für recht amüsant. Tatsächlich aber ist es gar keine Lotterie, langfristig dürfte sich der Verzinsung beim Gewinnbonus des Produkts auf 0,26 Prozent einpendeln.

Ein kleiner Blick auf die branchenüblichen Tricks – die allerdings viele Anbieter praktizieren – in meinem Artikel bei SPIEGEL ONLINE.

 

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From → SPIEGEL ONLINE

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