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Lesetipp: Volker Loomans FAZ-Kolumne

6. Mai 2013

Über Honorarberatung wird viel geschrieben, nun gibt es sogar ein eigenes Gesetz dazu. Ein (wie immer) hervorragender Text von Volker Looman bringt auf den Punkt, warum sie sich in Deutschland dennoch nicht durchsetzen wird.

Die Sache mit der Honorarberatung ist wirklich lustig. Viele schreiben darüber, seit Jahren, meist voll des Lobes: Ein Anleger bezahlt seinen Berater direkt (pauschal oder pro Stunde), und der berät im Gegenzug wirklich unabhängig, im Interesse des Kunden und reicht alle für ihn als Berater fälligen Provisionen der Produktanbieter auch an den Kunden durch. Die Politik findet das auch toll. Jetzt gibt es sogar ein Gesetz, das die Honorrarberatung auf eine verlässliche Grundlage stellt.

Dennoch kenne ich niemanden – niemanden! – der schon einmal eine Honorarberatung in Anspruch genommen hat in meinem Freundeskreis. Die öffentlichen Zahlen zu der Zahl der Kunden ist klein. Trotz der guten Presse, trotz des guten politischen Willens.

Warum das so ist, hat Volker Looman in der FAZ am Samstag hervorragend dargelegt.  Der Text ist inzwischen auch frei im Internet nachzulesen. Und Pflichtlektüre. Im Kern ist es nämlich recht einfach: Die Kunden sind schlicht zu geizig, für etwas zu zahlen, wenn sie es woanders vordergründig kostenlos bekommen – und die Qualität der Beratung ist für ohnehin verunsichere Anleger schwer durchschaubar.

Eine „kostenlose“ Beratung ist aber unter dem Strich nichts anderes als ein Verkaufsgespräch des Beraters für die Produkte seiner „Partner“, seien es Versicherungen oder Fondsgesellschaften. Womit wir beim Kern des Problems sind, denn genau darüber wird sich dann hinterher aufgeregt: „Wer zu Aldi geht, darf nicht erwarten, zu Edeka geschickt zu werden, weil die Salami dort zur Zeit 50 Cent billiger ist. (…) Warum sollte das im Geldgewerbe anders sein?“ – touché!

Ohnehin muss ich an dieser Stelle auch mal loswerden, dass es meiner Meinung nach keine besseren Geldanlageartikel in Deutschland gibt als eben jene Kolumne „Die Vermögensfrage“, die ich seit Jahren verschlinge. Sie sind für jeden an Geldanlage interessierten Leser eine Bereicherung und hier auch noch mal nachzulesen.

Looman  schreibt verständlich, lebensnah und vor allem vollkommen ideologiefrei, wenn es um verschiedene Anlageformen wie Aktien, Immobilien und Co. geht – eine Rarität in unserem Gewerbe. Er hält sich dabei stets knallhart an Zahlen statt an Bauchgefühle und mixt auch einen schönen Humor in die Texte. Dass er seine „Beispiele“ meist aus den finanziell oberen zwei bis drei Prozent der Bevölkerung rekrutiert und da Mittdreißiger schon mal vor der Frage stehen, wo bloß hin mit der halben Million – geschenkt. Ich lese seine Texte und nicke und nicke und nicke die ganze Zeit, es macht einfach Spaß, ihn zu lesen, und seine Schlüsse sind nachvollziehbar, ohne dass er einen belehrenden Ton hätte oder für sich beansprucht, den einen richtigen Weg zu kennen. Ein unkonditionierter Lesetipp!

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