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In eigener Sache: Auszeichnung für dieses Blog

12. Mai 2013

Ich freue mich sehr, dass menschen.zahlen.sensationen beim diesjährigen Finanzblog Award der Comdirect einen Preis bekommen hat – Platz 3 war eine sehr freudige Überraschung und ist Ansporn, hier weiter „dran“ zu bleiben. Vielen herzlichen Dank an die Comdirect, dass sie die Arbeit vieler engagierter Blogger würdigt und fördert und auch für mehr Aufmerksamkeit sorgt – über 1.000 Blogbesucher binnen weniger Stunden und ohne neuen Artikel sprechen da auch in meiner kleinen Seitenstatistik eine deutliche Sprache. Es lohnt sich wirklich, sich in den vielen exzellenten Blogs umzusehen!

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3 Kommentare
  1. Zunächst einmal “Herzlichen Glückwunsch” zur Preisverleihung im Rahmen der Finanzblog Awards!

    Was mir hier besonders gefällt, ist, dass man hier auch mal eine Meinung abseits des Mainstreams lesen kann. Und wenn ich dann meine eigene Meinung noch bestätigt sehe, gefällt mir das Ganze noch mehr. Wie z.B. die Einschätzung zu den sog. “Spekulanten”: Bei dem, was ich da zu 99% in Presse, Funk und Fernsehen zu lesen und zu hören bekomme, streuben sich mir regelmässig die Nackenhaare: Ich werde da oft den Verdacht nicht los, dass es den Verfassern an dem grundlegenden Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen und den Funktionen von Aktienmärkten, Börsen etc. mangelt.

    Aber dazu wollte ich gar nichts sagen. Ich wollte eine Anmerkung zum Thema “Kurs-/Performance-Index” machen. Oder eigentlich zwei:

    * Die Aussage:
    “Denn wenn ein Unternehmen aus einem Index eine Dividende ausschüttet, passiert folgendes: Der Kursindex vermindert sich um den Dividendenabschlag der entsprechenden Aktie, im Performanceindex passiert überhaupt nichts.”
    ist dann richtig, wenn man jeweils nur den Tag der Dividenden-Ausschüttung betrachtet. Wenn man aber langfristiger denkt, ergibt sich doch wieder das oft vermutete Verhalten!
    Lässt man nämlich einmal alle anderen Kursbestimmenden Faktoren einmal weg und geht von einer konstanten Dividende aus, so wird sich der Kurs einer Aktie nach dem Dividendenabschlag im Laufe des folgenden Jahres wieder langsam seinem ursprünglichen Niveau nähern.
    Damit holen Aktie (und Kursindex) den Dividendenabschlag wieder auf und notieren am Ende des Jahres auf demselben Kurs wie vor einem Jahr. Haben sich also nicht verändert.
    Der Performance-Index hingegen steigt mit der Aktie an und notiert am Ende des Jahres um die (anteilige) Dividenden-Rendite höher.
    Ergo: Kursindex bleibt unverändert – Performanceindex steigt um die Dividenden an.
    Fazit: Es kommt auch auf den Betrachtungszeitraum an.

    * Ein weiterer Effekt des DAX-Index wird fast nie betrachtet, den ich aber für immens wichtig halte.
    Denn eigentlich enthält der DAX so etwas, wie eine automatische Steigerungs-Garantie. Durch den regelmässigen Ausstausch von weniger gut “performenden” Kandidaten gegen solche, die bessere Zahlen aufzuweisen haben, ist quasi gewährleistet, dass die “Nieten” immer rechtzeitig aussortiert werden und der Index immer nur aus den Top-Werten gebildet wird. Gerade bei einem Index, der aus wenigen Werten besteht, wie dem DAX (30 Werte) macht sich der Ausstauch eines einzelnen schlechten Kandidaten schon durchaus positiv bemerkbar.

    Mein Fazit aus den beiden Aussagen: Rein theoretisch müsste der DAX sogar dann steigen, wenn sich am Umfeld gar nichts ändert (Performance-Index). Evtl. negative Entwicklungen werden durch Tausch im Index vorzeitig verhindert. Ergo: Ein DAX-ETF ist sicher keine falsche Entscheidung.
    Und natürlich bei mir im Depot.

    Gruß, Der Privatier

  2. Lieber Privatier,
    vielen Dank für das Lob. Mit Ihrem Punkt 1) haben Sie natürlich Recht – die Wahrscheinlichkeit, dass der Kursabschlag aufgeholt wird, ist auf Jahressicht hoch.

    Bei Punkt 2) möchte ich – auch empirisch – zur Vorsicht mahnen. Der Anspruch des DAX ist ja tatsächlich, die „Nieten“ auszusortieren (wenn der Börsenwert zu gering ist) und stets die Top 30 abzubilden des deutschen Aktienmarkts. Ich führe eine Statistik über die absolute und relative Performance der DAX-Aufsteiger seit Mitte der 90er Jahre – und da ist der Befund recht eindeutig, auch wenn er überraschen mag: Die DAX-Aufsteiger haben einen negativen Performancebeitrag geleistet in den letzten gut zehn Jahren. Was zum einen daran liegt, dass sie oft auf dem zyklischen Hoch ihrer Geschäftstätigkeit aufgenommen wurden (denken Sie an Epcos, Infineon, Continental, MLP, K+S, undundudn) und zu zyklischen Tiefs herausgeworfen wurden. Zum anderen ist die ganze DAX-Aufnahme und der DAX-Abstieg ja regelbasiert und wird munter arbitriert von Spekulanten. Die Aussage, dass eine DAX-Aufnahme gut für einen Kurs sei, ist Nonsens – der Aufstieg wird lange vorher eingepreist, der Abstieg ebenfalls, zu Lasten der passiven DAX-Investoren. (Die technische Feinheit dabei ist, dass die Indexfonds nicht am Tag der Aufnahmen am Markt kaufen, sondern von ihrem Handelspartner (Market Maker), der die Aufsteiger vorher gekauft und die Absteiger leer verkauft hat).

    Der nächste Schritt der Betrachtung wäre natürlich, ob man mit den Absteigern besser fährt, und auch da ist die Antwort: Ja. Der Ur-Dax in seiner ursprünglichen Zusammensetzung und Gewichtung von 1988 stünde heute HÖHER als der zigfach angepasste DAX, auch wenn man es kaum glauben mag!

    Ich will damit keinesfalls sagen, dass ein DAX-Indexfonds eine schlechte Anlage sei, für Privatanleger sind sie vor dem Hintergrund der Gebühren und der drohenden Underperformance der aktiven Manager eine klasse Anlage. Man muss nur aufpassen – die Probleme regelbasierter, kapitalgewichteter und somit stark prozyklischer Indizes werden von Jahr zu Jahr offensichtlicher.

    Viele Grüße und bleiben sie diesem Blog gewogen!

    Christian Kirchner

  3. Zunächst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich meinen Kommentar versehentlich hier zu diesem Beitrag gepostet habe, er sollte eigentlich Im Beitrag zum „missverstandnis-rund-um-dividendenabschlage“ erscheinen. Sorry (aber nun ist es zu spät…)

    Danke für die ausführliche Antwort zum Punkt 2. Wieder einmal eine vom Mainstream abweichende Sichtweise, die ich (gedanklich) durchaus nachvollziehen kann. Ich bin allerdings nicht in allen Punkten überzeugt, ob sie auch richtig ist. So z.B. die These:

    „Die Aussage, dass eine DAX-Aufnahme gut für einen Kurs sei, ist Nonsens – der Aufstieg wird lange vorher eingepreist …“ Dazu würde ich sagen: Auch wenn eine Kurssteigerung lange vorher (nämlich zu Beginn der Spekulation um eine evtl. Aufnahme in den DAX) stattfindet, so ist und bleibt es eben doch eine Kurssteigerung. Und damit ist die Aussage, dass die DAX-Aufnahme gut für den Kurs einer Aktie sei, eben doch richtig! Allerdings ist sie für den DAX schlecht, weil die Aktie dann eben zu dem bereits höheren Kurs in den Index aufgenommen wird.

    Wie dem auch sei – eine interessante Sichtweise und für mich neue statistische Erkenntnisse, für die ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken möchte.

    Gruß, Der Privatier

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