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Ein kleines Geringverdiener-Spezial

7. Juni 2013

Urlaub beendet! Das schöne an Online-Artikeln ist – es gibt immer Feeedback in den Kommentaren darunter. Vor allem bei Spiegel Online. Ein dort unter meinen gelegentlichen Stücken gerne gebrauchtes Argument ist: Die typischen Geldanlageartikel gingen an der Lebenswirklichkeit einer Kassiererin meilenweit vorbei, und nur die wenigsten hätten auch nur 100 Euro im Monat zum Sparen. Also gut – was kann denn eine Kassiererin machen, die nur 25 Euro im Monat zurück legen kann?

Mit der Riester-Rente liegt der Fall ähnlich wie mit dem Thema Goldpreis: Die meisten haben eine Meinung dazu. Und die fällt selten positiv aus. Ich hatte hier ja schon häufiger über Riester geschrieben und mal meine eigene Police vorgerechnet. „Ordentlich“ durchgeführt ist das, trotz fehlender Variablen im Alter, eine feine Sache.

Vor allem finde ich die Rahmenbedingungen interessant. Zwei Sachen geraten nämlich in Sachen Riester schnell in Vergessenheit: Die eine: Riester ist mitnichten eine zusätzliche staatliche Förderung – sie eröffnet die Möglichkeit, eine zu Beginn der Nuller Jahre durchgeführte Rentenkürzung zu substituieren. Die andere: Als die Riester-Rente eingeführt wurde, gab es viel Applaus, dass endlich mal ein kapitalgedecktes System der Altersvorsorge vom Staat gefördert würde – und das müsse man ja noch richtig ausbauen. Damals kamen wir aus 20 Jahren Superbullenmarkt. Natürlich sind heute die Stimmen lauter, die Kapitaldeckung für Teufelszeug halten – 10 Jahre lang gab’s an der Börse ja auch kaum was zu verdienen. Wie wird man wohl in 10 Jahren von heute denken?

Ein Wort vielleicht nicht zum Killertotschlagsargument der Grundsicherung. Hintergrund: Wenn jemand selbst MIT Riester so wenig im Alter verdient, dass er unter die Grundsicherung des Staats fällt, bringt Riester nichts – man hat dann dem Staat Geld gespart, denn die Riester-Rente fließt nicht zusätzlich, sondern wird gegengerechnet. Rational verstehe ich das Argument. Aber soll man wirklich annehmen, dass man auch schon mit 30 oder 40 die Hoffnung aufgegeben hat, noch mal über die Grundsicherung im Alter zu kommen? Sollte man die geltende Gesetzeslage einfach fortschreiben? Und besteht nicht auch die Hoffnung, dass es jemanden ein kleines bisschen stolz und optimistisch macht, einen kleinen Teil seiner Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen mit Förderquoten von rund 60 Prozent?

Hier meine Rechnung für Spiegel Online.

Hier noch eine Studie, die besorgniserregend darlegt, dass ausgerechnet unter jenen am wenigsten vorgesorgt wird, die es am nötigsten hätten. Mich wundert vor allem die starke Verbreitung ungeförderter Vorsorgen bei Geringverdienern – ein typisches Werk von Strukkis?

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From → SPIEGEL ONLINE

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