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Frei nach Trappatoni: „Ich ‚abe immer die Schuld-e!“

2. März 2014

Schreibe ich über freche Performancegebühren oder Altstars unter den Fondsmanagern auf dem absteigenden Ast, gibt’s verbal Haue von den Beratern und Fondsgesellschaften. Das verunsichere die ohnehin verunsicherten Anleger noch mehr und ginge völlig an dem vorbei, worum es bei der Beratung wirklich ankomme und was den Anleger interessiere. Schreibe ich aber über die typischen Nichtstuer unter den Anlegern – und die kennt jeder, und die werden auch immer mehr – muss ich mir in Leserkommentaren gleich dutzendfach anhören, ich sei ein Lohnschreiber der Finanzdienstleistungsbranche. Aber wenn Beiträge polarisieren und zum Nachdenken anregen, ist ja schon mal einiges gewonnen publizistisch! Hier geht’s zum frischen Artikel über die Typen der Nichtstuer, inspiriert in vielen, vielen Gespräche mit Freunden und Bekannten…

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2 Kommentare
  1. Manfred Schmelzer permalink

    sehr geehrter Herr Kirchner,

    seit einigen Jahrhunderten glaubt niemand an das Perpetuum mobile, alsdann war auch Schluss mit der Goldherstellung auf chemischem Wege, und mit der Lebensplanung auf Basis der Astrologie.

    Nur in der Geldanlage glaubt eine Minderheit noch an Götter, Altersvorsorge-Produkte, Chart-Analyse, „Bullenmarkt“ etc. Kaufen sie sich den Map report von Manfred Powoleit, die Abbrecherquoten von der deutschen Aktuarsvereinigung und bringen Sie beides zusammen mit Ihren mathematischen Kenntnissen:

    Sie werden auf folgende Tatsachen stossen: Die Altersvorsorge hat die Inflation bzw. Rendite eines Sparbuchs in den letzten 20 Jahren nicht wesentlich überschritten. Maximal um den Schneeballeffekt da Altverträge aus Neuen bedient werden, da die Bafin eine Unterdeckung von 90% akzeptiert

    Geld arbeitet nicht. Die Menschen sehen derzeit im Euro das größte Risiko und investieren nachhaltig in Realwerte (immobilien und Aktien, derzeit schon zu teuer, Ihre Gesundheit Ihre Bildung und in den Konsum!) Der Konsum ist vermutlich das intelligenteste worin unselbständige investieren können, sofern sie sich nicht verschulden, da dann die Unternehmer ihrerseits wieder investieren können.

    Die Institutionellen Anleger haben die niedrigste Eigenkapitalbindung bei Staátsanleihen und sind nur noch mit 3-4% in Unternehmen investiert. Die Staaten werden aber nie Ihré Schulden zurückzahlen. Also volkswirtschaftlich sind Altersvorsorge-Produkte öffentlicher Konsum, also das Gegenteil von Altersvorsorge, da die Schuldenstände eine hohe Rechtsunsicherheit nach sich ziehen.

    herzliche Grüße

  2. Hallo, Herr Schmelzer,
    besten Dank für Ihren Beitrag! Einen Nettozufluss in Aktien gibt es ja schon eine ganze Weile nicht mehr, dafür einen um so stärkeren in Immobilien.

    Sie schreiben – auch mit dem Verweis auf tatsächliche Renditen der letzten 20 Jahre: “ Der Konsum ist vermutlich das intelligenteste worin unselbständige investieren können, sofern sie sich nicht verschulden, da dann die Unternehmer ihrerseits wieder investieren können“ – man kann mit Ihrer Sicht der Dinge zu diesem Schluss kommen, ja. Der Punkt ist nur: 99% der Menschen, die ich kenne oder von denen ich höre über Intermediäre kommen zum Schluss des Nichtstuns und/oder des Konsums nicht aus derlei „rationalen“ Überlegungen heraus. Sondern aus recht trivialen Gründen wie der Faulheit, der Angst vor Fehlern, Abzocke – und fühlen sich auch schlecht deshalb. Einfach nur weniger zu konsumieren (oder das, was zur Verfügung steht nochn ganz zu verkonsumieren) und Geld zurück gelegt lassen ist ja per se auch nichts schlechtes.

    Sie haben natürlich insofern Recht, als dass die Rahmenbedingungen es einem kritischen Geist auch sehr leicht machen, sich lieber dem Konsum hinzugeben, als auf Sicht von 30 oder gar mehr Jahren (und darauf läuft s ja bei der Generation Mitte faktisch heraus) Altersvorsorge zu planen. Solche Anlagehorizonte, wie sie etwa Versicherungslösungen zugrunde liegen, zerbrechen in den meisten Fällen an den biografischen Realitäten. Und voilá, landen wir bei den Stornoquoten. Bei Riester müssen sie schon mit einem recht langen Leben rechnen. Und in Sachen Aktienmarkt muss selbst ein recht optimistischer Mensch wie ich annehmen, dass unter den derzeitigen Rahmenbedingungen – und mit Blick auf Bewertungen, Umfeld, vergangene 30 Jahre – nach Steuern für einen deutschen Privatanlager im Idealfall ein Realzins von ein, maximal zwei Prozent pro Jahr herauskommt. Wenn er ordentlich diversifiziert und günstig anlegt und nicht viel zu viel Gebühren für notorische Undderperformer zahlt. (Ich hatte das hier http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/aktien-welche-anlage-bringt-noch-rendite-a-885820.html mal angerissen)

    Wie man es auch dreht und wendet: Wenn zumindest schon mal eine Auseinandersetzung darüber stattfindet, ob es sich überhaupt lohnt, etwas zu tun, dann ist ja in jedem Fall etwas gewonnen. Wer Nichts tut oder Dinge anders priorisiert, als es vermutlich ein Finanzberater mit einem Bauchladen an Riester, Rürup, Rentenversicherung und Fondssparplan tun würde, der tut es evt. überzeugter und hat kein schlechtes Gewissen dabei ;-).

    Viele Grüße,
    Christian Kirchner

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