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Gedanken zur Medienkritik

22. Januar 2016

Ich habe in der erregten Debatte über die Rolle der Medien in der Flüchtlingsdiskussion ein einfaches Gedankenmodell, um nachvollziehen zu können, was Menschen ärgert. Ich muss schlicht überlegen, wie ich die Berichterstattung vieler Medien über Geldanlage sehe.

 

Hier ein paar private Denkanstöße zur lfd. Debatte über Voreingenommenheit, Objektivität der Medien in Sachen Köln/Flüchtlinge/WDR/SWR/Lügenpresse aus der „Innenansicht“ eines Medienschaffenden – wobei ich hier weder für Capital noch G + J spreche, sondern meine Privatmeinung teile:

Erstens: In meiner inzwischen auch gut 15 Jahre währenden Erwerbstätigkeit als Redakteur hat mich noch nie ein Chef an einer Recherche gehindert oder mir eine bestimmte Linie „vorgeschrieben“, wie ich Dinge zu sehen hätte. Das mag natürlich stark an meinen politisch/sozial meist unkritischen Themengebieten liegen, und es mag woanders anders sei; man hört so manches, aber generell haben die meisten meiner Freunde eine falsche Vorstellung davon, wie so etwas praktisch abläuft.

Und zwar eine viel zu kritische, das Maß an Freiheit wird jedenfalls meist unterschätzt. Entsprechend ärgert „man“ sich, wenn „man“ vorgehalten bekommt, es sei bestimmt anders und man müsse doch eh singen, wie die „da oben“ in Berlin oder in den Firmen wollten.

Das ist besonders dann bitter, wenn man haargenau weiß, dass es Firmen und Strippenzieher gibt, die kritische Berichte mit einem monate-, jahre-, teils lebenslangen Anzeigenboykott quittieren, der natürlich offiziell und vorneherum ganz andere Gründe hat. Genauso, wie es auch logistische Gründe hat, wenn allzu forsche Kollegen nicht in der Maschine fliegen dürfen, die den Tross an Politikern und Wirtschaftsgrößen ins Ausland bringt. Kurz: Der Vorwurf, weite Teile der Presse seien von denen „da oben“ gesteuert, ist einfach Quatsch. Im Gegenteil, viele Kollegen zahlen einen Preis für kritische Sachen. Verstehen Sie, dass solche Menschen wütend werden, wenn man ihnen dann noch hunderttausendfach in sozialen Netzwerken hinterherruft, man sei Teil der „Lügenpresse“?

Und liegt es auch auf der Hand, dass niemand bei einer wirtschaftsliberalen Publikation anfängt, der Eigentum für Diebstahl hält und niemand bei der TAZ, der alle Flüchtlinge schon an der syrischen Grenze abfangen will.

Aber keine Sorge, das soll keine reine Verteidigungsrede werden. Denn:

Zweitens: In dieser ganzen Flüchtlingsdebatte spielt die typische Zusammensetzung von Redaktionen meiner ungeprüften, unbelegten, subjektiven Meinung nach eine weit, weit größere Rolle als irgendwelche „Vorgaben“: Bürgerliche, großstädtische, meist akademisch ausgebildete, ordentlich verdienende Menschen, wie sie die Medien in D prägen, dürften die ganze Sache deutlich entspannter sehen als andere soziologische Milieus. Und vielleicht (!) eher dazu neigen, ihre Recherche und publizistische Haltung auch entsprechend zu, äh, gestalten. Was wiederum, wenn es durchschimmert, andere vielleicht verärgert. Oder dafür sorgt, dass es nicht allzu viel „Vielfalt“ in der Haltung gibt.

Das dürfte meiner Meinung nach aber oft auch ein ganz normaler menschlicher Anpassungsprozess sein, dass man sich als Neuankömmling in Redaktionen ohne jeden Konflikt oder Vorgabe auch eher mal anpassungsfähig die bestehende „Linie“ begibt und auch nur da bewirbt bzw. bleibt, wo man sich auch in seiner Haltung gut aufgehoben fühlt.

Nun regt mich das Thema Flüchtlinge und Merkels Plan nicht einmal sonderlich auf, da ich, man ahnt es, ein großstädtischer, bürgerlicher, liberaler Akademiker bin und obendrein in Frankfurt wohne, zwar in einem ordentlich gentrifizierten Viertel, aber eben dennoch einer Stadt mit 45% Mitbewohnern mit Migrationshintergrund.

ABER.

Ich kann die „Verärgerung“ vieler dennoch verstehen, wenn ich einfach mal das Thema wechsele. Denn es gibt Themen, in denen ICH gut drinstecke, zum Beispiel Banken, Kapitalmärkte, private Geldanlage, Wohnimmobilien.

Und da habe ich, um es vorsichtig zu formulieren, in den vergangenen Jahren seit der Finanzkrise viele Dutzende Male Beiträge gesehen, gelesen, gehört, bei denen ich keinen Zweifel daran hatte, dass sie überhaupt kein Interesse an einer ergebnisoffenen Recherche hatten.

Sondern von Anfang an klar zu sein schien, dass Banker Gangster und in der Beratung Abzocker sind und der Kapitalmarkt (allen voran der Aktienmarkt) ein irres Casino ohne gesellschaftlichen Nutzen. Oder Wohnimmobilien in Städten absurde Blasen. Oder die steigenden Kurse doch nur ein Ergebnis des billigen Geldes, eine Blase, von den Notenbanken aufgepumpt.

Ich gestehe, auch selbst da schon schnell geschossen zu haben. Und vielleicht auch überkritisch zu sein. Ich kenne auch nicht die Wahrheit oder wie sich Kurse entwickeln.

Nur wundert mich auch nicht, laufend von Blasen bei Immobilien zu lesen, wenn ich bedenke, dass Redaktionen überregionaler Medien vermutlich nicht bevölkerungsrepräsentativ zusammen gesetzt sind (warum auch), sondern in und um Großstädten wohnende, bürgerliche Menschen mit ordentlichem Einkommen zwischen 25 und 50 stark überrepräsentiert sind. Und die wohnen nun mal gerne in guten Vierteln. Und kommen merkwürdigerweise sehr oft zum Schluss, dass doch alles „Wahnsinn“ sei am Wohnungsmarkt, obwohl Wissenschaftler, die Bundesbank, Berater meist zu gegenteiligen Ergebnissen kommen beziehungsweise solchen, die Journalisten persönlich nicht in den Kram passen oder kontraintuitiv klingen.
Gerade diese Haltung „Banker=Gangster, Kapitalmarkt=Casino, der Kleinanleger=eh‘ immer der Dumme, Immobilien in Städten=Blase“ macht mich oft wütend. Zumal ich den unbelegten und ungeprüften, aber doch starken Verdacht habe, auch sie fuße in Teilen auf der typischen soziologischen Struktur in Redaktionen überregionaler Zeitungen, Sender, Zeitschriften. (Das ist jetzt auch sehr zugespitzt bzw. mag selektive Wahrnehmung sein?)

Selbst manche prominente Moderatoren machen sich überhaupt keine Mühe, die „Alles Betrug“-Haltung zum Thema Geldanlage zu kaschieren, sondern transportieren ohne jede Scheu eine „wir wissen doch sowieso, dass es so ist“-Haltung in ihre Talkshows oder Verbrauchersendungen. Ich erspare mir kollegenscheltende Details, habe aber hier auch schon einige Beispiele verbloggt.

Und selbst WENN es Einzelfälle sind: wenn sich jemand in einer Sache auskennt, Schlamperei und voreingenommene Recherche und Kommentierung erkennt, ist das Vertrauen nun mal weg – auch in anderen Dingen. Stark „haltungsgetriebenen“ Journalismus können Experten in einem Gebiet „riechen“. Und lästern darüber.

Nicht jeder Quatsch in sozialen Medien stimmt. Aber ein grundlegendes Misstrauen, dokumentiert in Umfragen, kommt auch nicht von „nichts“ oder Quatsch auf Facebook, sondern eben persönlichen Eindrücken.
Dass unsere Medienbranche versucht zu erklären, es spiele bei der Qualität keine Rolle, wenn ähnliche Umfänge von einem Drittel bis zur Hälfte der Mannschaft gemacht werden müssen – und genau solche Kürzungen fördern letztlich in der Praxis auch einen stark thesen/haltungsgetriebenen, eben nicht objektiven Journalismus – ist natürlich auch so eine „Lebenslüge“. Davon unberührt ist, dass sich natürlich viele Vollpfeifen völlig grundlos und nur aus Langeweile und einem abstrakten Wunsch nach Besitzstandswahrung über Medien/Lügenpresse usw. aufregen.

Das macht es für mich zumindest nachvollziehbar, wieso bei _anderen_ Themen, die weit wichtiger sind als solche Kleinigkeiten, manche aus der Hose springen. Und zwar eben nicht nur stumpfe Besitzstandswahrer mit zu viel Tagesfreizeit.

 

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11 Kommentare
  1. Tim Mühl-Kost / Weinhaus J.Kost / wein-kost.de permalink

    Hallo Herr Kirchner,

    der link funktioniert leider nicht.

    Viele Grüße Tim Mühl

    >

  2. Bodo permalink

    Ordentlich gentrifiziertes Viertel? Wie sagte Buschkowsky: „Diese Gesellschaft ist nach wie vor von Ignoranz und denjenigen geprägt, die sagen: ‚Was geht mich die Unterschicht an? Ich gehöre nicht dazu.‘ In meinen Vorträgen stelle ich dann immer zwei Fragen. Erstens: ‚Was glauben Sie eigentlich, wie lange man im gestohlenen schwarzen BMW vom Rollbergviertel nach Dahlem Dorf braucht? Maximal siebzehn Minuten, und dann ist das Ihr Problem.‘ Meine Zuhörer schauen mich dann immer verstört an und werden ganz unruhig. Ich kann förmlich sehen, wie es hinter diesen Köpfen arbeitet. Allerdings denkt keiner, dass endlich etwas getan werden müsste. Weit gefehlt, denn sie denken allenfalls darüber nach, den Zaun um ihr Grundstück höher zu ziehen.“

    • Jetzt regen Sie sich doch nicht so auf, ich habe das „ordentlich“ doch nicht ernst im Sinne von „zufriedenstellend“ gemeint, sondern karikierend. Bin übrigens Mieter mit meiner Familie für 1.000 Euro kalt, besitze weder BMW noch überhaupt ein Auto (sondern leihe mit nach Bedarf welche) und skeptisch genug, ob man den Trend zum urbanen Wohnen zwischen Bugaboo-Kinderwagen und Männern mit streng zurück gegeltem Resthaar noch weitere 20 Jahre wird fortschreiben können. Wir sind doch schon jetzt an einem Punkt, an dem in den „ordentlich gentrifizierten“ Vierteln selbst Gutverdiener meistens nur noch mit Zuschüssen aus der Familie kaufen können, ein üblicherweise im Kaufprozess gerne verschwiegenes Detail, das ich aber eher als spätzyklisches Phänomen deuten würde.

      Wenn ich einen Tipp frei hätte auch im Lichte der laufenden geopolitischen und gesellschaftlichen Veränderungen, dann den, dass man in 20 Jahren lieber wieder zwischen ein paar Bäumen wird wohnen wollen anstatt in der Bionade-Boheme. Ich habe mal gelernt, dass, wenn sich alle einig sind über einen Trend (hier: Urbanisierung und Wohntraum Innenstadt) die Wende nahe ist.

  3. Hallo Herr Kirchner,

    „spielt die typische Zusammensetzung von Redaktionen meiner ungeprüften, unbelegten, subjektiven Meinung nach eine weit, weit größere Rolle als irgendwelche “Vorgaben”“

    Diese Argumentation habe ich entweder bei Christian Jakubetz oder Richard Gutjahr (beides Kollegen von Ihnen) gelesen. Ich glaube aber, es war Herr Jakubetz.

    Ich kann diese Argumentation gut nachvollziehen. Es ist ein ganz bestimmer Menschenschlag, der Journalist wird. Genau so, wie es Menschen gibt, die eine natürliche Tendenz zum Ingenieurwesen haben.
    Ich glaube, ein Handelsblatt- und ein taz-Redakteur haben mehr mit einander gemein, als ein Redakteur und ein Ingenieur oder Jurist.
    Trotz all der Grabenkämpfe sieht die Gruppe „Journalist“ von aussen recht homogen aus 😉

    Beste Grüße
    Albert Warnecke

  4. Hardy permalink

    Ich mache es kurz:

    1. „Die Medien in Deutschland befinden sich sämtlich in den Händen von Milliardären“ – Prof. Fischer, BGH, „Fischer im Recht“, Die Zeit. Wes‘ Brot ich ess‘, nicht wahr. Welche „Zeitung“ war denn ernsthaft gegen die Agenda 2010, die unsere Gesellschaft zerreißt, Europa zerstört und deren Auswirkungen auf die Krise 2008/2009 gerade erst wissenschaftlich untersucht werden?

    2. Seit meiner ersten Iran-Reise vor rund 10 Jahren glaube ich der Deutschen Journaille nicht mal mehr ein „Guten Morgen“. Da wurde gelogen, da haben sich ganze Erdteile gebogen. Elendes Lügenpack.

    3. Was speziell die Frankfurter Asoziale Zeitung tagtäglich in die Welt rotzt, ist atemberaubend, in allen Rubriken. Handwerkliche Fehler, haarsträubend falsche Übersetzungen (one billion – eine Billion), Manipulationen (hauptsächlich durch Weglassen), schlichte Lügen, längst widerlegte Ideologien, Anbiedereien an Anzeigenkunden, Russlandhass, Stiefellecken bei den Amis. Ein Abgrund an Dummheit, zurecht bald pleite. Die klugen Köpfe können sich dann in der „sozialen Hängematte“ ausruhen. Oder im Möbelmarkt Küchen verkaufen und darüber ein weinerliches Buch schreiben, den anderen zur Warnung.

    4. Was vom ÖRR zu halten ist, weiß man spätestens seit der Causa Brender/Koch.

    5. Wenn Du nur annähernd soviel Einblick in den Zirkus hast wie du schreibst, weißt Du das auch alles. Es geht nicht um einzelne Eingriffe. Es geht darum, dass sich z.B. bei der Drecks-faz sicherlich kein Keynesianer bewirbt (oder eingestellt werden würde). Oder bei der Süddeutschen, beim Weltökonomen Dr. Beise. Entsprechend ist die geistige Richtung der Redaktionen. Nur noch in Deutschland glaubt man ernsthaft, dass Austerität funktioniert. Und dass Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichten. Realitätsverweigerung in Reinform.

    6. Zudem eine ganz einfache Frage: Warum sind so viele Schmierfinken Mitglieder in amerikanischen Lobbyvereinigungen? Hier die Liste, und die Atlantikbrücke ist nur eine von vielen: http://homment.com/atlantikbruecke

    7. Noch ein Link zum Lesen und Nachdenken: http://www.sueddeutsche.de/medien/serie-wozu-noch-journalismus-das-ist-nicht-ihr-kanzleramt-1.63398-3

    8. zuguterletzt: http://de.metapedia.org/wiki/Swinton,_John

    Die Journaille in Deutschland hat uns Jahrzehnte belogen, manipuliert, betrogen. Bald ist Schluss damit. Wohlverdient.

  5. Meine Herren, woher denn dieser Hass? So würde ich ja nicht mal über einen FAZ-Herausgeber zetern, wenn er mir die Frau ausspannen würde. Und wie passt es zusammen, sich einerseits als auteritätskritisch und Agenda-2010 zu positionieren, wenn man anderserseits einen derartigen Genuss am Untergang anderer Leute entwickelt, denen man auch noch schön verbal mit Anlauf in die Fresse tritt? Hinterlässt mich wirklich ratlos, der Beitrag.

  6. Hardy permalink

    1. Hass? Nein – nur Verachtung. Verachtung für eine Kaste von Mietmäulern und gescheiterten Ideologen. Gleiches gilt analog für die deutschen „Ökonomen“, aber um die geht es ja hier nicht.
    2. Die faz gehörte zu den Blättchen, die am häufigsten gegen den (selbstverständlich stets überbordenden) Sozialstaat wettert(e). Nun bekommt sie ihre eigene Medizin zu schlucken. Ich sehe da überhaupt kein Problem.
    3. Dumm ist, wer Dummes tut.

    Im Übrigen habe ich nicht „gezetert“, sondern Argumente aufgelistet und diverse Verweise mitgeliefert – und die Antwort?

    • Argumente für oder gegen was? Dass wir Mietmäuler sind und das Lied der Milliardäre singen, deren Brot wir fressen?

      1) Wes Brot ich fress, des Lied ich sing, nicht wahr… -> ja, genau: Das ist nicht wahr in der Breite, darum ging’s ja in meinem ursprünglichen Beitrag

      2) Iran-Reise: Ich habe keine keine Ahnung, worum es geht, was soll ich da antworten?

      3) Die Fehler der FAZ: Was soll ich da antworten? Ich habe mit vielen Spins, Fehlern, Haltungen auch meine Probleme, ganz egal, bei welchem Blatt oder Magazin, ich kenne oft die „Linien“, wo etwas durchgestochen wird, ich kenne die Promis, die nur ihren gewogenen Blättern Interviews geben, ich langweile mich über erwartbare Interpretationen, Haltungen und Kommentare, aber, mei, deshalb sind wir ja auch in dem Job, um es anders zu machen. Meine Schreibe und Thesen gehen bestimmt auch anderen auf den Senkel.

      4) Causa Brender/Koch – ja, ein irrer Aufreger. Die Jahre seitdem sind indes für Koch ja nicht so optimal verlaufen, um es vorsichtig zu formulieren. Was dem merkwürdigen System der Medien und der Politik ja zumindest ein bisschen Street Credibility zurück gibt.

      5) Richtig, das ist ja genau das, was ich in meinem Beitrag schrieb: Gleich und gleich gesellt sich nun mal gern, dazu passt sich der Mensch gerne an, was der Pluralität der Meinungen nicht unbedingt förderlich ist. Dass ich mich nicht als Kommunist im Kommentarteam der FAZ bewerbe oder als Pazifist in der Waffensparte bei Rheinmetall, ist jetzt aber auch nicht so überraschend, und wem genau soll man das nun vorwerfen?

      6) Warum so viele Schmierfinken Mitglied in amerikanischen Lobbyvereinigungen sind – meine Vermutung wäre, dass sie die grundsätzliche Haltung haben, dass eine enge politische und wirtschaftliche Verflechtung mit den USA gut sei für Deutschland, ich habe die übrigens auch, auch wenn ich da nicht Mitglied bin und immer wieder erstaunlich finde, dass das Herumschicken solcher „Mitgliedslisten“ schon der Beleg für irgendein Schmonzes sein soll. Aber das kenne ich inzwischen hinreichend, die „Belegpflicht“ ist in solchen Debatten im Netz meist umgekehrt: soll doch erst mal jemand belegen, dass er nichts auf dem Kerbholz hat, wenn man ihm/ihr suggestiv etwas um die Ohren haut, ausgebliebene oder nicht zufriedenstellende Antworten erbringen den Beweis, dass etwas faul ist.

      7) 8) sind Links, keine Fragen, habe ich gelesen, der Artikel in der SZ war super, habe ich auch in Erinnerung!

      • Hardy permalink

        1. Es ist sehr wohl in der Breite. Springer, faz, mit Abstrichen (Prantl) Süddeutsche. Nur der ÖRR tut nicht was die Beitragszahler (=Finanziers des ganzen Drecks) wollen, sondern was das Gelump in den „Beiräten“ erwartet.
        2. Was in den letzten 10 Jahren an Dreck, Gekröse, Unsinn, Lügen über (nicht nur, aber da sah ich es mit eigenen Augen) Persien verbreitet wurde, spottet jedweder Beschreibung und ist auch durch die inzwischen übliche, völlige, Ahnungslosigkeit der Schreiberlinge nicht mehr zu erklären. Selbst der Dummfug, Ahmadinedschad hätte die Zerstörung Israels im Sinn, geistert immer noch durch die unbelüfteten Oberstübchen der Journaille. Nur die SZ hatte den Mut, ein halbgares Dementi dazu abzusondern. Dass die Amis dort unten einen Dreck zu suchen haben, schert die deutschen Schmierfinken ja schon lange nicht mehr.
        3. „Auf den Senkel gehen“? Ich glaube ich höre nicht richtig. Die FAZ manipuliert mit voller Absicht den Leser. Das sind keine lässlichen Verschreiber in irgendwelchen Meinungsartikeln!? Unfassbar.
        4. Also wenn der Koch es schafft, den Brender rauszuwerfen und der Koch nachher anderweitig – wie zu erwarten – völlig versagt, dann war das gut für den ÖRR?? Eine merkwürdige Ansicht (um es vorsichtig zu formulieren).
        5. Selbst der dümmste Schreiberling der faz oder der sz sollte inzwischen, genau diese Beispiele hatte ich genannt, gemerkt haben, dass a) Austerität nicht funktioniert und b) der Mindestlohn so wie er in Deutschland gestaltet wurde, Arbeitsplätze schafft, nicht vernichtet. Anstatt aber dann hinzugehen, die neuen Kenntnisse zu adaptieren (wie es ein vernunftbegabter Mensch tun würde) und entsprechend die Meinung zu ändern (wie es Schirrmacher, die leuchtende Ausnahme, des Öfteren tat), wird dumm und immer dümmer nach Ausreden gesucht, warum die Austerität in Griechenland nicht wirkt (Die haben noch zu wenig gespart! Man muss noch mehr Schröpfen!) und der Mindestlohn nicht so gewirkt hat wie vorhergesagt (Ölpreis! Ja, genau, der wars!). Und der Leser schüttelt den Kopf und denkt sich: Anlügen lassen muss ich mich nicht. Und kündigt. Erkenntnisgewinn aus dieser „Abstimmung mit den Füßen“ bei der Journaille: Null. Mit Vollgas in den Abgrund. Man guckt zu und staunt.
        6. „…dass sie die grundsätzliche Haltung haben, dass eine enge politische und wirtschaftliche Verflechtung mit den USA gut sei für Deutschland, ich habe die übrigens auch…“
        Wahnsinn, diese Filterblase! Da fallen mir wirklich nur zwei Verweise ein:
        a) https://de.wikiquote.org/wiki/Hanns_Joachim_Friedrichs
        b) „Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren. Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure.“ aus obigen sz-Artikel.
        Tut das eigentlich weh? Mit Karacho und Ansage gegen die eigenen Ideale zu verstoßen? „Westbindung“ ist offensichtlich eine Krankheit, die das Hirn frisst.
        Und die große, entscheidende Frage: Wenn es doch keinen Einfluss hat – warum sind diese Knallköpfe in diesen Vereinen? Warum nicht im deutsch-arabischen; deutsch-persischen oder deutsch-russischen Verein? Du weißt es und ich weiß es. Und immer mehr andere auch. Das hier ist zum Beispiel eines der Resultate: http://www.les-crises.fr/the-successful-70-year-campaign-to-convince-people-the-usa-and-not-the-ussr-beat-hitler/
        Und woher kommt‘s? Daher: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/27-000-PRBerater-polieren-Image-der-USA/story/20404513
        Nein! Doch! Ohhhhh!
        Dass die Kack-amis uns nach wie vor bis auf die Knochen aushorchen – geschenkt. Dass die Russen uns seit Jahrzehnten durch jede Krise hindurch treu mit Gas beliefern, während die Kack-amis ein Ölexportverbot verhängen – geschenkt. Dass die Kack-amis die halbe Welt kaputtbomben – geschenkt. Aber kaum spielen die Russen im Spiel mit, in dem schon Franzosen, Engländer, Israelis, amis mitspielen, da wird gegöbelt. Resultat: Inzwischen hält man die Presse für Clowns, siehe z.B. fefe: http://blog.fefe.de/?ts=a847e92e oder https://blog.fefe.de/?ts=aa0a64f3 oder http://www.dwdl.de/hoffzumsonntag/50332/der_journalismus_existiert_nicht_mehr/ oder http://www.carta.info/77108/im-tal-der-ahnungslosen/
        Ihr haltet Euch für die vierte Macht im Staat, dabei seid ihr: Clowns. Und sehr bald seid Ihr traurige Clowns. Weil selbst die Dümmsten heute im Internet rausfinden können, dass sie belogen werden. Und dafür bezahlt selbst der Allerdümmste kein Geld mehr. Schade ist eigentlich nur, dass es nicht die richtigen trifft: Altenbockum und Beise, Kohler und Steltzner, sondern die Jungen.

  7. Was ich vermutlich nie verstehen werde ist die Haltung, Journalisten eine Filterblase, Parteilichkeit, Mietmaultum vorzuwerfen, wenn man selbst die Welt so wunderbar einfach in Schwarz und Weiß in Kack-Amis und treue Russen unterteilt, in die dumme Journallie und das kluge Netz. Sie kennen mich überhaupt nicht, Sie haben noch nie mit mir gesprochen, Sie kennen meine Biografie allenfalls bruchstückweise, meinen Bezug zur USA nicht, Sie wissen aber schon alles und sind in einem derartigen Tempo und hasserfüllten Ton am diagnostizieren, dass es einem schwindlig wird. Merken Sie eigentlich nicht, dass Sie genau das machen, was Sie anderen vorwerfen, nur weil Sie glauben, Sie hätten alles verstanden? Falls Sie in Ihrer Raserei überhaupt meinen Text gelesen haben: das Problem der Filterblase halte ich selbstkritisch als mitursächlich für den Vertrauensverlust, genau das habe ich doch geschrieben!

    Da hat sich ja ganz offenbar viel aufgestaut – lassen Sie’s ruhig raus, gerne auch hier, machen Sie sich ein Glas Wein auf und erfreuen sich dran, wenn es anderen schlecht geht, die es verdient haben. Aber erwarten Sie auf ihren menschenverachtenden, widerlichen Ton bitte keine Antwort mehr von mir. Mir macht das persönlich nichts aus – Journalisten sind tatsächlich oft groß im Austeilen, aber jammerlappig, wenn’s um’s Einstecken geht. Aber wenn ich Zeit in einen Austausch stecke, dann sollte mein Gegenüber schon an einem Austausch interessiert sein und nicht daran, mal so richtig draufzutreten auf diejenigen, die es seiner/ihrer Meinung nach „verdient“ haben. Und wenn doch, rufen Sie mich einfach mal an oder besuchen mich in der Redaktion in Frankfurt oder Berlin, dann gehen wir mal essen, das hat so rein „netzbasiert“ vermutlich keinen Sinn. Viele Grüße!

  8. Mathias permalink

    Herr Kirchner,

    Hochachtung für Ihre Kommentare. Lassen Sie sich von solchen Trollen den Tag nicht vermiesen.

    Ein (normalerweiser stiller) treuer Leser

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